Unser Gotteshaus und unser Logo

Unser Gotteshaus

Die Evangelische Gnadenkirche Würzburg - Eine Entdeckung wert

In der Bischofsstadt Würzburg finden Sie ein unübersehbares Angebot von evangelischen Gemeinden und Veranstaltungen. Wir verstehen uns dabei nicht als Konkurrenz zu unseren katholischen und freikirchlichen Nachbarn, sondern erleben einander als Ergänzung und wertschätzendes Miteinander. Die evang. Gnadenkirche entstand erst in der 60-er Jahren, als in der Sanderau immer mehr die Gärtnereien dem Bau von Hochhäusern Platz machen mussten. Sie erscheint wie ein Diamant, den auch nicht sofort jeder wahrnimmt.

Unser Gemeindezentrum mit der Gnadenkirche finden Sie in der Danziger Straße 10 –   das Gebäude mit viel Glas und weißen Kalksandsteinen zwischen Sparkasse und Max-Dauthendey-Schule, am Rande der großen Grünanlage. Es war die Vision des Architekten Prof. Busso von Busse, in dem 1988 fertig gestellten Kirchenbau die Gnade Gottes in Kreuz und Auferstehung als Raum der christlichen Gemeinde darzustellen.

 

Das erste Gestaltungsprinzip ist das Kreuz.

Es ist außen und innen beherrschend. Auf dem höchsten Punkt über dem Kirchendach ist ein rotes Kreuz zu sehen: Es umschließt eine Kugel aus Edelstahl, die die Welt symbolisiert. Rot bezeichnet das Blut Christi, in dem wir die Erlösung haben. Zugleich dient das Kreuz als Blitzableiter; es zieht "die Blitze des Zornes Gottes" auf sich, und wir haben darunter (Faradayscher Käfig!) einen Schutzraum, markiert durch die vertikalen roten Streifen, die vom Kreuz herabreichen. Die christliche Kirche ist der Raum unter dem Kreuz, wo sie geschützt ist vor dem Gericht Gottes.

Es kann hier eigentlich nichts anderes geschehen, als dass die Gnade Gottes in Wort und Sakrament verkündigt und ausgeteilt wird. Deshalb weisen auch Altar, Kanzel und Taufstein die Signatur des Kreuzes auf. Die Kirche hat als Grundriss ein Kreuz, das Gestühl für die Gemeinde ist ebenfalls kreuzförmig angeordnet. Das soll heißen: Der tragende Grund der Gemeinde ist das Kreuz.

Im Zentrum des Kirchenraumes und damit im Zentrum der Gemeinde, steht der quadratische Altar. Das auf dem Altartisch für das Parament eingelegte Kreuz bildet die geometrische Mitte des Raumes. Damit kommt zum Ausdruck: Christliche Gemeinde ist um das Kreuz versammelte Gemeinde; das Kreuz ist die Mitte ihres Glaubens.

 

Das zweite Gestaltungsprinzip ist die Auferstehung.

Es ist innen und außen beherrschend. Wer die Kirche zum ersten Mal betritt, ist überrascht von ihrer Lichtfülle. Christliche Gemeinde ist der Raum (unter dem Kreuz!), der vom Licht Gottes erleuchtet wird. Gemeint ist damit vor allem das Licht, das Christus selbst ist und das uns seit seiner Auferstehung leuchtet.

Dazu ist Voraussetzung, dass der Raum lichtdurchlässig (v. Busse: "transluzent") ist: Gottes Licht kommt von außen zu uns. Der Architekt hatte das Bild eines Bergkristalls vor sich, der diese Eigenschaft besitzt. Gottes Licht hat vor allem zwei Wirkungen: Es erhellt und es heilt. Im Licht Gottes erkennen wir, wer Er ist und wer wir sind.

Glasprismen, auf den Kirchenfenstern zerlegen das Licht in seine Regenbogenfarben und wollen uns den verborgenen Reichtum Gottes und seiner Wunder deutlich machen. Im Licht Gottes erkennen wir auch die Schäden an seiner Schöpfung, unseren persönlichen Schaden und nicht zuletzt unsere Schuld daran. Gott führt uns zur Erkenntnis unserer Sünden, damit wir unsere Schuld bekennen und die Gnade, die Er uns durch Christus anbietet, annehmen.

Christus, Gottes Licht, heilt. Es diagnostiziert und therapiert zugleich. Kirche ist eine Stätte göttlicher Heilung und Gesundheit. Die Kirche, die erfüllt ist vom Licht, hat eine Aufgabe: Das Licht weiterzugeben. Es ist ein besonderer Anblick, wenn am Abend und in der Nacht die Kirche das empfangene Licht in die Finsternis hinausstrahlt.

Jesus sagte zu seinen Jüngern: „Ihr seid das Licht der Welt!“ (Matth 5,14).

 

(Quelle: Pfr. i.R. Ludwig Noske, in der Festschrift zum 10-jährigen Bestehen der Gnadenkirche)